Richtershorner
Ruderverein e.V. Berlin

Vergangenheit des Vereins

Ruderer sind in Richtershorn seit über 70 Jahren heimisch. Am 9. Juli 1920 wurde die "Wassersportvereinigung Deutscher Landsmannschaften zu Berlin e.V." gegründet. Wie schon der Name aussagt, war dies kein reiner Ruderverein, es wurde auch Segeln, Paddeln und Tennis betrieben. Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurden per Alliiertenbeschluß alle Vereine enteignet. Aber bereits ab August 1946 bildete das Bezirksamt Köpenick Rudergruppen, deren eine die Rudergruppe Richtershorn war. Bald herrschte in Richtershorn reges Rudererleben, unterstützt durch eine mustergültige Organisation, wie alte Dokumente bezeugen.

Als Industriebetriebe und andere Institutionen verpflichtet wurden, den Breitensport zu finanzieren und zu fördern, wurde die Rudergruppe Richtershorn als Rudersparte, später Sektion Rudern, der Betriebssportgemeinschaft Motor Baumschulenweg angegliedert. Neben kleineren Betrieben wurde das "Werk für Signal- und Sicherungstechnik Berlin" für Jahrzehnte bestimmend für die materielle Seite der Ruderei in Richtershorn. Diese Zeiten waren alles andere als rosig, waren doch die Richtershorner Ruderer wenig systemkonform und wurden gelegentlich selbst von ihrer Dachorganisation mißbilligend als "Staat im Staate" bezeichnet. Ein beträchtlicher Anteil westberliner Mitglieder bis zum Mauerbau blieb auch als Makel in Erinnerung und trug mit dazu bei, daß in Richtershorn auf kleiner Flamme gekocht werden mußte. So führte der Mauerbau 1961 auch zu einer Krise im Vereinsleben, die erst allmählich überwunden werden konnte. Das Produkt dieser Umstände ist eine stabile Gemeinschaft, die lernen mußte, sich selbst zu helfen.

Als nach der Wende ein Neuanfang erforderlich wurde, war es neben glücklichen Umständen die Entschlossenheit der Richtershorner, welche die sich auftürmenden Schwierigkeiten überwand und das Vereinsschiff rasch wieder in ruhigeres Fahrwasser gelangen ließ. Der Richtershorner Ruderverein ist bestrebt, die volle Breite der ruderischen Möglichkeiten auszuschöpfen.

Den technischen und geografischen Gegebenheiten entsprechend ist das Fahrtenrudern der prägende Faktor. Bei Auslandsfahrten in dem kleinen uns zugänglichen Teil der Welt war nicht selten rund ein Drittel der Mitglieder unterwegs! Nun weht die Richtershorner Flagge auch auf Vater Rhein und anderen Gewässern der alten Bundesländer, und unser Bootshaus ist Ziel für Gegenbesuche befreundeter Rudervereine. Internationale Regattaerfolge hatten dazu beigetragen, den Namen "Motor Baumschulenweg" in der Ruderwelt bekannt zu machen. Zur Zeit sind die Rennruderer eher Stiefkinder des Vereins, weil die knappen Mittel für andere Aufgaben gebraucht werden.

Feierabendrudern und ausgleichssportliche Aktivitäten haben Traditionen geschaffen, die von der Sportbegeisterung der Mitglieder leben. Die Traditionspflege wird jedoch nicht auf den Kreis der aktiven Richtershorner beschränkt. So brachte eine Einladung an alle für uns erreichbaren "Alt-Richtershorner" in den vergangenen Jahren eine fröhliche, in Erinnerungen schwelgende Runde zusammen, die uns "Heutigen" gezeigt hat, was es zu bewahren gilt.

(notiert von Achim Hill)


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