Dieses Jahr stellte sich neben mir bei den Triple Meisterschaften, das sind das Deutsche Meisterschaftsrudern im Mittel- und Großboot, die Offenen Deutschen Masters-Meisterschaften sowie die 78. Deutschen Hochschulmeisterschaften im Rudern, Fabian Thomas den Wettkämpfen. Er ist mit seinem Zweierpartner Hagen Helms vom BRC Ägir bei den Deutschen Meisterschaften im Doppelzweier und Doppelvierer in Rgm. mit dem RV Triton Leipzig angetreten. Ich, als wieder eingeschriebener Student, saß mit dem Studentenachter der Humboldt-Universität zu Berlin, der aus Ruderern der Hellas-Titania, der RU Arkona, der RG Wiking und natürlich dem RRV bestand, in einem Boot.
Zunächst ging es für uns am Donnerstagmittag in einer Fahrgemeinschaft mit der RG Rotation, dem BRC Ägir, der Potsdamer RG und uns im Vereinsbus der PRG über Karolinenhof nach Potsdam bis nach Krefeld. Nach einer relativ entspannten Autofahrt mit vielen “Mein Partner kennt” und genauso vielen Schlagern kamen wir am Abend in der Innenstadt Krefelds an, aßen noch gemeinsam ein klassisches Nudelessen vor Wettkämpfen und teilten uns dann in unsere jeweiligen AirBnBs auf.
Am Freitag ging es für Fabian und Hagen im Zweier im Vorlauf um den Einzug ins Finale. Bei 3 Vorläufen qualifizierten sich nur die ersten beiden für das Finale. Es musste also gleich von Beginn an alles gegeben werden. Leider reichte es für die Erstjährigen in der U23 Altersklasse nicht. Sie konnten sich aber mit zwei Zehntelsekunden hinter dem zweiten Berliner Boot, mit Platz 4 im Feld, präsentieren. Die beiden Schnellsten waren einfach eine Klasse zu stark und fuhren mit 6, resp. 9 Sekunden deutlich vor dem restlichen Feld. Ich hatte mit einem Vorlauf für meinen Uni Achter gerechnet, bei einem fünf Boote Feld war das aber nicht notwendig. Dafür nutzten wir die Zeit am Abend noch für ein kurzes Training.
Am Samstag ging es für mich dann auch an den Start. Nach der Kontrolle der Reißleinen an den Schuhen ging es aufs Wasser. Nach der Startbrücke noch ein paar Startübungen gemacht, warteten wir auf den Aufruf zu unserem Rennen. Der kam aber leider nicht: Bootsschaden bei einem anderen Boot. Glücklicherweise waren wir hellwach und fuhren an einen nahegelegen Seglersteg, um aus der sehr warmen Sonne herauszukommen. Immerhin war der Start um gut 20 Minuten verschoben worden und wir konnten uns so noch ein paar Minuten im Schatten aufhalten. Kaum dass wir uns hingesetzt hatten, kam dann der Aufruf, dass doch früher als ausgerufen gestartet werden sollte. Also zurück ins Boot und an die Startlinie. Als erfahrene Rennruderer lief das danach folgende “wie üblich” ab – Startphase, Zwischenspurt, Endspurt. Am Ende konnten wir uns mit einem zufriedenstellenden dritten Platz belohnen, wobei wir nur knapp den Zweiten liegen ließen. Für drei gemeinsame Trainingseinheiten und mit mir als deutlich ältesten Teilnehmer im Meldefeld ein gutes Ergebnis. Für einen weiteren Wermutstropfen sorgte die Streamübertragung: die Übertragung endete mit den Vorläufen eines vorgezogenen Rennens aufgrund des verschobenen Rennstarts. Auch für Fabian ging es in einem kurzfristig geplanten Doppelvierer wieder mit Hagen und zwei Sportlern der RV Triton Leipzig im Doppelvierer in einem Vorlauf um den Einzug ins Finale. Hier hatten sie gegen die Konkurrenz keine Chance und konnten nur an Erfahrung gewinnen.
Am Sonntag hatten wir keine Rennen mehr und verfolgten nur die Rennen unserer Kolleg:innen, wobei aus meinem Boot noch zwei weitere dritte Plätze im Doppelzweier und Zweier ohne gewonnen wurden. Am Nachmittag ging es im Bus dann wieder zurück nach Berlin über die Zwischenstationen McDonalds und Potsdam – wobei auf dem Rückweg mehr geschlafen, weniger “Mein Partner kennt” gespielt und weniger Schlager gehört wurde.
Womit wir schon beim Thema wären. Wie kommen die Episoden der TV-Serie “Die Olsenbande” vom USB-Stick aufs Tablet?
Das Problem hatte sich zu guter Letzt in Wohlgefallen aufgelöst, da …
… stopp der Reihe nach und zurück auf Anfang.
Für mich begann alles auf der Vogalonga 2026, da waren Siggi und ich gemeinsam mit von der Partie. Er erwähnte kurz die von Ingo bereits minutiös geplante Tour rund um Lolland und schon war ich dabei. Zugegebenermaßen musste ich erstmal die Karten bemühen, um herauszufinden wo sich das gute Stück Insel denn genau befindet. Dänemark … Inrigger-Boote … ok. Genau meine Kragenweite.
Tag 1 Anreise, Freitag 17. Juli
Treffen am Richtershorner-Bootshaus, frühstücken, Gepäck und Futteralien verladen und ab die Post nach Rostock. Die Fähre von Rostock nach Gedser 13.30 wird nicht extra auf uns warten.
Der Bus steht ordnungsgemäß in der zugewiesenen Reihe
Onboarding … breitmachen und gemütlich einrichten.
Dieter mit Gemüse
Offboarding und schon ist das erste Highlight von Gedser in Sicht, das berühmteste Stellwerk der Welt, der Originaldrehort für die Olsenbande.
Hier das schönste Foto von gefühlten 20.000.
Nun hieß es rüber von Falster nach Lolland und quer durch Richtung Westen nach Nakskov.
Was uns im Vorfeld allerdings schon deuchte, war die Wettervorhersage mit Windstärke, Windrichtung und Wellenhöhe. Wir haben versucht die Fakten in ca. 500.000 Gesprächen wegzudiskutieren, das hat aber letztendlich nicht geholfen.
Im Bootshaus des Nakskov Roklub angekommen … Henning guten Tag sagen, wieder breitmachen und mit einem lecker Bierchen entspannen.
Findet den Unterschied
Siggi hat uns unmittelbar danach mit einem sensationellen Labskaus verwöhnt. Verspeisen beim Sonnenuntergang ließ es uns noch besser schmecken.
Was sollen wir sprechen – es war einfach nur lecker
Und immer wieder Blicke auf diverse Wetter-Apps und die Vorhersagen vom DWD. Irgendjemand wollte uns richtig ärgern. Der Plan, morgen, am Samstag die Boote vollzupacken und in See zu stechen, wollte nicht aufgehen. Eine Fahrt rund um Lolland schien schlichtweg nicht durchführbar.
Hmm, und jetzt?
Tag 2 in Nakskov, Samstag 18. Juli
Alle Stationen, die wir errudert hätten, wollten wir sehen, weil Kultur und Bildung gehören schließlich dazu.
Station eins – Rødbyhavn an der Baustelle für den FehmarnbelttunnelJa wohin schaut er denn?
Die Aussichtsplattform an der Baustelle war für uns eher eine Windstärken-Messstelle. Es war schon heftig. Über das Tunnel-Bauprojekt ließe sich noch viel erzählen, denn die Baustelle ist riesig. Schaut euch gerne die Webseite an https://femern.com/de/ Nachdem wir uns gründlich im Ausstellungscenter informiert hatten, wartete schon Nysted auf uns.
Station zwei – Nysted Roklub
Und wenn mal schon mal da ist … man darf sich ruhig im Städtchen umsehen.
Rathaus mit GlockenspielDänische Hygge
Und weiter gings nach …
Station drei – Bandholm RoklubDer Museumsbahnhof in Bandholm bot uns eine wunderbare Gelegenheit mal an der originalgroßen Modelleisenbahn zu spielen.
Was gab es noch Hübsches zu sehen? Klar, die Dodekalitten bei Kragenæs, unsere vierte Station.
Ein sehr mythischer Ort in der Hügellandschaft am SmålandsfahrwasserSiggi und Ralph und Ingo
Zur Belohnung gab es im fußläufig erreichbaren Städtchen Kragenæs für jeden noch ein wirklich leckeres Eis auf die Hand.
Abendessen? Klar Linseneintopf, Suppen hatten wir ja genügend dabei 😊
Und die weitere Abendgestaltung?
Die noch stattfindende Fußball-WM war wenig tröstlich. Das Spiel um den 3. Platz zwischen Frankreich und England war irgendwie von minderem Interesse. Später stellte sich heraus, dass es das Beste der WM gewesen sein soll 😮
Der große Fernseher im Clubraum des Roklub aber hat einen USB-Anschluss, bestens geeignet, um einige Folgen der Olsenbande anzuschauen. Und da war es wieder, das Stellwerk von Gedser … juhu.
Tag 3 in Nakskov, Sonntag 19. Juli
Am Sonntagvormittag hatte der Wind etwas nachgelassen und sollte erst gegen Nachmittag wieder auffrischen. Eine Ausfahrt mit den geliehenen Inriggern 2+ sollte gelingen.
Boote raus und ins Wasser damit, Ekke Nekkepen anhimmeln und mit einer Spirituose beruhigen … das muss einfach klappen.
Siggi huldigt Ekke Nekkepen
Und das tat es auch … es war eine richtig schöne Tour, mit ein bisschen Arbeit bis zum Kulturort unserer Wahl.
Slotø
Wo ist eigentlich das andere Boot?
Aaahhh … gegenüber
Die Rückfahrt gelang umso müheloser, mit gestellten Blättern und einem handfesten Regenschirm als Behelfs-Spinnaker im Bug ging es ab wie Schmitz-Katze.
Glücklich und zufrieden im Hafen angekommen, wurden die Boote gründlich gesäubert und fachgerecht gelagert, wie sich das gehört.
Dann fein machen und ab ins Städtchen für einen ausgiebigen Rundgang.
Na, viel los war da nicht … kein Wunder es war ja auch Sonntag.
Und nicht vergessen, die nächste Suppe, das Endspiel der WM und eine weitere Folge Olsenbande warten.
Und auch klar war … wir werden die Insel morgen verlassen.
Tag 4 Abreise Nakskov, Montag 20. Juli
Frühstücken, reine-machen, Bus packen, um uns dann gebührend von unserem äußert fürsorglichen Henning samt Nakskov Roklub zu verabschieden.
Et wohr schön, et wohr joot …
Und die Olsenbande wird uns bestimmt vermissen
Die Wartezeit auf die Fähre 13.30 Gedser-Rostock haben wir uns mit den Versuchen, das gebuchte Rückfahrtticket einzusetzen, hingebungsvoll verschönert. Hat leider nicht geklappt 🙁
Tour zu Ende?
Nein, jetzt kommt Berlin und Umgebung ins Spiel. Ingo und Ralph hatten hierzu schon etwas telefonisch vorgearbeitet.
Ankunft und Einchecken beim Ruderverein Birkenwerder. Oliver Blume hat uns sehr großzügig für zwei Tage und Nächte Asyl gewährt.
Abendessen? Ist ja schließlich wichtig. Zur Erinnerung an Dänemark gab es Sild in Curry mit selbst geschälten und selbst gekochten Kartoffeln.
Tag 5 in Birkenwerder, Dienstag 21. Juli
Und so langsam stellte sich der übliche Ruderwanderfahrtenalltag ein, frühstücken, Mann und Boote klarmachen in See stechen, na gut eher Seiten-Kanal, aber wunderhübsch. Auf geht’s zur Schleuse Lehnitz mit den beiden Booten Dahme und Hans Meltz, eine Kehrtwende an der Schleuse und zurück mit Pause bei Oranienburger Wassersportverein.
Die Sonne brannte gut – ein wenig Schatten im Schilf tat gut
Den Schlosshafen wollten wir nicht auslassen, also nochmal anlegen mit Landgang durch den Schlossgarten.
Und noch ein Schlenker an der “Sehnsucht Oranienburg” vorbei.Einflugschneise zum Steg Birkenwerder – was gibt es denn zum Abendessen?
Tag 6 Transfer nach Grünau, Mittwoch 22. Juli
Das war der neugefasste Plan für den Abend.
Beginnen wir den Tag abermals mit Frühstück, Boote klarmachen und ein bisschen rudern.
Erster Boxenstopp bei der Ruder-Vereinigung Preußen-Saffonia
Und die Etappe bis dorthin hatte Ingo ganz genau geplant, wir konnten vor dem Wolkenbruch aus den Booten in den Unterstand flüchten.
Ruder-Club Tegel 1886Zweiter BoxenstoppSechserbrückeGreenwich PromenadeRuderclub Oberhavel in Hennigsdorf
Wenigstens der Achter sollte besser geschützt in der Bootshalle liegen. Mit unserer Unterstützung gelang das Manöver.
Gar nicht so einfach, die 17m Boot unter dem Holzkreuz durchzufädelnAbendgestaltung mit Flaggenübergabe
Über den Allemaniagraben ging es wieder zurück nach Birkenwerder um uns anschließend in Richtung Turbine aufzumachen. Außerdem haben wir noch eine Suppe. Gegessen wird aber erst bei Turbine, nachdem wir unser Nachtlager dorthin verlegten.
Tag 7 in Grünau, Donnerstag 23. Juli
Das Programm von heute … die kleine Umfahrt … Zeuthener See, Großer Zug, Krossinsee, OSK, Seddinsee, Große Krampe mit Boxenstopps beim Wassersportclub Rauchfangswerder e. V.
und zum Mittagessen in Müggelheim im Café Bistro No. 1.
Die Bootsaufteilung heute mal anders einmal 3x+ und einmal 2x-. Das Wetter eher bescheiden, genügend Wind und reichlich Wasser von oben.
Beim Anlegen in Müggelheim kam es dann auch richtig. Völlig durchnässt haben wir bei Döner und Riesenkohlrouladen gesessen (wirklich riesig). Fotografische Beweise gibt es nicht, die Smartphones wollten bei dem Wolkenbruch nicht bedient werden.
Das Ausschöpfen der Boote haben wir für die Nachwelt erhalten
Donnerstag ist Club-Tag bei Turbine. Wir konnten unseren zweiten Teil der Gulaschsuppe mit einem Gruß aus der Küche in Form von Nudeln bereichern.
Tag 8 in Grünau und Finale
Die Wetterlage war vielversprechend … ein wenig, aber ungünstig stehender Wind hat uns nicht von der Müggelseeumfahrt abgehalten. Bettenlager bei Turbine abbauen und nach Baume rübermachen. Zwei schicke Schellenbacher 2x+ ins Wasser lassen und los. Was für eine tolle und abwechslungsreiche Fahrt. Fotos im Gosener Graben hat keiner gemacht, es war ja auch ein bisschen Konzentration gefragt. Dafür wurden umso mehr am Norsk Roklub geschossen.
Müggelsee geschafft … mit kurzem Anleger beim
SV Energie Berlin
Und das war es auch schon. Nach Ankunft ging es schnell noch mal zum Einkaufen nach Schmöckwitz. Die Suppen waren aus und irgendwie war uns nach Grillen.
Der Bauch ist voll, der Tisch ist leer, Gott-sei-dank Zigarre her
Reprise Samstag 25. Juli
Tour zu Ende, Heimreise antreten und Abschied nehmen. Die Tische waren am Morgen noch an der gleichen Stelle … geplant und äußerst praktisch fürs gemeinsame Frühstück.
So schaut’s aus, wenn Ruder-Engel reisenDie Richtershorner Rumpfmannschaft v.L.n.R. Andreas, Siggi, Ingo und Dieter
Ralph war schon beruflich unterwegs, Axel an der Kamera und Verfasser des Pamphlets.
Es waren dabei:
Dieter Biedermann, Richtershorner Ruderverein
Axel Büchel, Kölner Club für Wassersport
Ralph Günther, Ruderclub Turbine Grünau
Ingo Hensel, Richtershorner Ruderverein
Siggi Mantei, Richtershorner Ruderverein
Andreas Schaale, Richtershorner Ruderverein
Mein herzliches Dankeschön geht an den FL Ingo für seinen unermüdlichen Einsatz zum Gelingen der Tour. Und natürlich an alle Teilnehmer fürs Kochen, Schrubben und friedlich sein.
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