Unterwegs mit Richtershorner Freunden

Vom 4. Juni bis 6. Juni sind wir, das sind Matthias G., Matthias H., Peter, Petra, Achim, Lutz und Corinna, zusammen mit unseren Richtershorner Freunden gerudert. Das Wetter war an allen Tagen besser als angekündigt und wir sind, mit einer Ausnahme, aber dazu später mehr, auch nicht nass geworden.

Ruderwanderfahrt – Tag 1

Am 4. Juni ging es morgens zusammen mit Dagmar, Siegfried, Ilka, Anke, Christiane, Thomas, Karl-Heinz, Marina sowie Monika mit den Vierern „Hummel Hummel“, „Mors Mors“ und dem Achter Riho, der mit Richtershornern „aufgefüllt“ wurde, vom Ruderverein über die Dahme, den Zeuthener See, den großen Zug, den Crossinsee, den Wernsdorfer See zur Mittagspause, die wir im Garten des Gasthauses „Zur Linde“ verbracht haben. Bevor wir dort ausruhen durften, mussten wir die beiden Vierer aus dem Wasser nehmen. Wir wurden mit Königsberger Klopsen – nur Peter bekam als Sonderwunsch Rührei – und sehr leckerem Gurkensalat bewirtet. Aus Angst vor dem Gewitter, das dann doch nicht kam, wollten wir zeitig weiter durch den Oder-Spree-Kanal, den Seddinsee und die Dahme wieder zum Bootshaus zurück. Die Landschaft, die Seerosen und die schönen Häuser entlang des Ufers haben uns wieder einmal begeistert. Es hat großen Spaß gemacht. Am Abend wartete im Bootshaus ein rustikales Buffet auf uns, das keine Wünsche offenließ: Schmalz, Käse, Dips, Spreewaldgurken und selbstgebackenes Brot – genau das Richtige nach einem langen Tag auf dem Wasser.

Corinna Wehran-Itschert (KRC Rhenania)

Alle an die Boote, die Wanderfahrt beginnt
Der Achter Riho legt an
Mittagsrast im Gasthaus „Zur Linde“

Ruderwanderfahrt – Tag 2

Der zweite Tag unserer Ruderwanderfahrt führte uns von Richtershorn vorbei an Karolinenhof und Schmöckwitz auf den Seddinsee und von dort weiter durch den Gosener Kanal in Richtung Dämeritzsee. Obwohl es von oben glücklicherweise erneut trocken war, führte der Wechsel am Steuer bei Sturzbecher passend zu gewisser Komplettabkühlung, die tapfer ertragen wurde. Eine präsidentielle Ehrung wäre bei der nächsten Mitgliederversammlung angebracht.

Dann ging es durch den Urwald, nämlich durch den Gosener Graben. Ein wunderbares Naturerlebnis in völliger Stille, die Biberburg in Griffnähe, der Graben zum Glück offenbar vor einigen Tagen erst freigemacht, denn tatsächlich nagt der Biber an so zahlreichen Bäumen, dass wir über Windstille froh waren. Skulls mussten teils komplett längsgelegt werden. Die Steuerfrau hatte alle Hände voll zu tun, insbesondere, weil es Gegenverkehr gab. Eine wunderbare Strecke!

In Gosen wurde Mittagsrast gemacht. Da waren wir schon im Niedersorbischen. Kalle hat uns das frühere Stasi-Schulungszentrum für Auslandsagenten gezeigt, fertiggestellt 1988, geschlossen 1990, damals ein durchaus nennenswertes eigenes Dorf, natürlich abgeschirmt und mit Bunker, Gaststätten, Schießplatz etc. versehen. Nach Jahren des Verfalls findet man jetzt Straßenzüge mit Wohnungen in bester Lage, nämlich fußläufig keine 200 Meter vom Seddinsee. Kalle hat uns mit großer Sachkenntnis und viel Humor zahlreiche Einzelheiten geschildert bis dahin, dass die Stasi auch in fremdsprachigen Dialekten geschult hat. Wir sollten eine Stunde wechselseitige Dialektschulung täglich für die nächste Wanderfahrt vorsehen.

Nach gemütlicher Rückfahrt zum Verein schloss der Tag nach 23 Ruderkilometern und einem Abendessen in Schmöckwitz. Natur und Geschichte haben beeindruckt!

Matthias Görgen (KRC Rhenania)

Picknick in Gosen

Ruderwanderfahrt – Tag 3

Der dritte Tag unserer Ruderwanderfahrt begann vielversprechend: Die Sonne zeigte sich von ihrer freundlichen Seite, die Boote wurden zu Wasser gelassen und alle waren erstaunlich pünktlich am Steg. Ziel des Tages war das Köpenicker Becken, insgesamt sollten 17 Kilometer unter den Kiel gelegt werden. Die Strecke führte uns zunächst an der historischen Regattastrecke Grünau vorbei. Diese wurde bereits 1936 erbaut und strahlt bis heute eine gewisse olympische Würde aus. Irgendwie rudert man hier automatisch besser und schneller. Weiter ging es vorbei an höchst interessanter historischer und moderner Uferbebauung. Als wir das Schloss Köpenick passierten, strahlten wir bereits die Vorfreude auf das angekündigte Picknick aus, das nach angenehmer Fahrt beim Ruderclub Energie Berlin aufgetischt wurde. Mit bewundernswerter Ausdauer und Hingabe widmeten wir uns den mitgebrachten Köstlichkeiten. Nach einer ausgiebigen Stärkung und ausreichend Zeit für Gespräche, Fachsimpelei und die Betrachtung vorbeifahrender Boote machten wir uns schließlich auf den Rückweg. Im Bootshaus wartete schon eine reichlich gedeckte Kaffeetafel auf uns. Am Abend stand die traditionelle Zusammenkunft im Bootshaus Richtershorn auf dem Programm. Die Richtershorner Freunde hatten wieder einmal alles hervorragend vorbereitet. Fischkanapees eröffneten den kulinarischen Reigen, gefolgt von Spargel und Schnitzel und als krönendem Abschluss frische Erdbeeren. Dafür ein herzliches Dankeschön an unsere Gastgeber. Für die passende flüssige Begleitung sorgte Matthias G., der eine schöne Auswahl von Weinen bereitgestellt hatte. Diese wurden während und nach dem Essen gerne und ausgiebig gewürdigt. Die Gespräche wurden mit zunehmender Stunde nicht kürzer, sondern eher länger und lebhafter. So verlagerte sich der Abend schließlich nach draußen an jene wunderschöne Stelle, von der aus man den See genießen und den Tag Revue passieren lassen kann. Dort saßen wir noch lange zusammen, betrachteten das Wasser, tauschten Geschichten aus und waren uns einig: Viel schöner kann ein Tag auf einer Ruderwanderfahrt kaum enden. Und genau dort waren wir dann eigentlich am Ende – zumindest für diesen Tag.

Lutz bedankte sich bei unserer Fahrtenleiterin Marina und ihrem Team vom RRV für die schönen Tage und gleichzeitig für die vielen gemeinsamen Wanderfahrten, die uns seit 1990 verbinden, mit der Plakette des Koblenzer Ruderclub Rhenania.

Danke auch an dich, liebe Anneliese, dass du die Richtershorner Ruderfreundschaft aufgebaut hast und wir weiterhin daran teilhaben dürfen.

Matthias Hirth (KRC Rhenania)

Rudern auf der Regattastrecke Grünau
Der Abschlussabend
Lutz Itschert mit Marina Zeibig